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Herzrhythmusstörungen ©

Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen – wenn das Herz aus dem Takt gerät

 

Quizfrage:
Welche Aussage ist richtig?

      a)    Magnesium hilft nur dann bei Herzrhythmusstörungen, wenn auch Wadenkrämpfe
       auftreten.
b)     Mit drei handelsüblichen Fischölkapseln ist eine ausreichend hohe Zufuhr von Omega-3-
       Fettsäuren bei Herzrhythmusstörungen gewährleistet.
c)      Die Gabe von drei Tabletten Tromcardin® (Kalium-Magnesium-Präparat) täglich reicht zur
       Behandlung von Kalium- und/oder Magnesiummangelzuständen bei
       Herzrhythmusstörungen meist nicht aus.
d)      Bei Herzrhythmusstörungen sollten sportliche Belastungen eher gemieden werden.

Die Antwort hierauf sowie weitere Informationen zu ventrikulären Herzrhythmusstörungen finden Sie weiter unten. 

Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen – wenn das Herz aus dem Takt gerät 

Heute soll es um so genannte ventrikuläre Herzrhythmusstörungen gehen. Diese entstehen nicht im Vorhof (supra-ventrikulär), sondern in der Herzkammer (Ventrikel). Handelt es sich um einzelne Herzrhythmusstörungen, sind diese in der Regel harmloser Natur. Bei fast jedem Menschen treten hin und wieder ganz vereinzelt „Herzstolperer“ auf. Diesen wird heute kein Krankheitswert mehr beigemessen, insbesondere seit man weiß, dass eine entsprechende Behandlung unter Umständen gefährlicher als die Rhythmusstörung selbst sein kann. Eine weitere Diagnostik (z. B. Langzeit-EKG über 24 Stunden, Belastungs-EKG) sollte unbedingt veranlasst werden, wenn Sie sich durch die Herzrhythmusstörungen subjektiv belastet fühlen, Sie schon einmal ohnmächtig geworden sind oder bei einem EKG zufällig höhergradige Herzrhythmusstörungen entdeckt wurden. Der Arzt kann Ihnen dann sagen, ob es sich um harmlose (können ignoriert werden) oder behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen handelt. 

Eine ventrikuläre Extrasystole im EKG – so sieht die einfache Herzrhythmusstörungen aus.

Der Patient bemerkt meist einen „Herzstolperer“. Solche Herzrhythmusstörungen können mitunter aber auch völlig aysmptomatisch verlaufen – Sie merken nichts davon. 

Einige wichtige Hinweise zur Therapie von Herzrhythmusstörungen: 

Ø      Unter Belastung auftretende Herzrhythmusstörungen sind von größerer Bedeutung als Herzrhythmusstörungen, die sich in Ruhe nachweisen lassen, unter Belastung aber verschwinden.

Ø      Eine medikamentöse Therapie will gut überdacht sein. Sie sollte nur dann begonnen werden, wenn es sich um wirklich bedrohliche Herzrhythmusstörungen handelt oder der Patient subjektiv sehr stark darunter leidet. Jedes Antiarrhythmikum hat nämlich die Fähigkeit, Herzrhythmusstörungen zu beseitigen – aber es kann selbst auch welche auslösen. Damit sehen wir bei den Medikamenten zur Therapie von Herzrhythmusstörungen geradezu ein homöopathisches Prinzip verwirklicht: „Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt.“ Jedes Mittel vermag in Potenzierung (homöopathische Verdünnung) Symptome zu heilen, die es selbst verursachen kann www.ganzheits-medizin.de/homoeopathie/. Die Frage nach einer medikamentösen Behandlung sollte in jedem Fall erst mit einem in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen erfahrenen Arzt besprochen werden – ebenso ein geplantes Absetzen oder Reduzieren dieser Medikamente.

Ø      An naturheilkundlicher Diagnostik führe ich bei meinen Patienten mit Herzrhythmusstörungen eine Vollblutanalyse auf Magnesium und Kalium durch. Ein Mangel an einem dieser wichtigen Elektrolyte kann Herzrhythmusstörungen verursachen oder verstärken. Durch die Analyse weiß ich genau, wie viel an welchen Mineralien zugeführt werden sollte. Die Vollblutanalyse ist sehr viel präziser als die sonst übliche Serumuntersuchung. Leider führen nur wenige Ärzte diese viel exaktere Labordiagnostik bei Herzrhythmusstörungen durch.

Ø      Versuchsweise können Sie natürlich auch ein Magnesiumpräparat ohne Vollblutanalytik (die Laborkosten betragen übrigens 2 Euro) einsetzen. Es sollte dann aber hoch genug dosiert sein. 200 bis 300 mg täglich (reines Magnesium, nicht die Verbindung!) sollten es mindestens sein. Wenn der Stuhl etwas weicher, aber noch nicht dünn wird, dann liegen Sie genau richtig. Sollten hierunter die Herzrhythmusstörungen weniger werden oder ganz verschwinden, dann war die Gabe von Magnesium richtig.

Ø      Viele wissen um die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren bei entzündlichen Erkrankungen. Nur wenigen ist hingegen bekannt, dass diese auch bei Herzrhythmusstörungen helfen. Es ist zwar nicht bewiesen, dass die Herzrhythmusstörungen weniger werden, die Sterblichkeit an plötzlichem Herztod kann aber um etwa ein Drittel reduziert werden (unabhängig voneinander durch unterschiedliche Studien belegt). Die tödlichen Herzrhythmusstörungen sind meist die ventrikulären Herzrhythmusstörungen (von der Herzkammer ausgehend). Den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren im Körper kann man seit einigen Jahren auch elegant aus dem Blut bestimmen (71 Euro Laborkosten). Aus einem umfassenden Fettsäureprofil können dann differenzierte Ernährungsempfehlungen (http://www.ganzheits-medizin.de/fettsaeuren/) bei Herzrhythmusstörungen (und nicht nur dort) abgeleitet werden.

Ø      Eine Schilddrüsenüberfunktion (Testung auf TSH im Serum) sollte auf jeden Fall ausgeschlossen sein, da eine solche Herzrhythmusstörungen begünstigt.

Ø      Leben Sie „arrhythmisch“, also wider einen natürlichen Lebensrhythmus? Essen Sie unregelmäßig? Gehen Sie mal früh, mal spät ins Bett? Auch ein solch unregelmäßiger Lebenswandel kann unter Umständen Herzrhythmusstörungen begünstigen. Etwas mehr Gleichmaß und Regelmäßigkeit können dann Wunder tun. Oder hat Sie in letzter Zeit etwas massiv aus Ihrem Rhythmus geworfen? Z. B. Umzug, Kündigung, Trennung, Heirat, Scheidung, Kinderkriegen? Auch solche Ereignisse, selbst wenn sie freudiger Natur sind, können eventuell Herzrhythmusstörungen verursachen. Versuchen Sie, sich Veränderungen in Ihrem Leben bewusst zu werden und damit umzugehen. Holen Sie sich ggf. Hilfe in Gesprächen mit Partner, Freunden, Verwandten, Seelsorger, Psychotherapeuten oder anderen Personen Ihres Vertrauens.

Ø      Meiden Sie Genussmittel. Alkohol und Kaffee können über eine vermehrte Ausscheidung von Kalium und Magnesium Herzrhythmusstörungen Vorschub leisten. Alkohol wirkt darüber hinaus direkt arrhythmogen, verursacht also Herzrhythmusstörungen. Meiden Sie diese beiden Genussmittel für einige Wochen komplett. Werden darunter die Herzrhythmusstörungen weniger, so kann das eine wichtige Ursache für die Herzrhythmusstörungen gewesen sein. Verzehren Sie diese Genussmittel dann nur gelegentlich (nicht täglich!) und beobachten Sie, ob sie wieder zunehmen.

Ø      In allen Zweifelsfällen (oder wenn eine Bewusstlosigkeit durch Herzrhythmusstörungen aufgetreten ist) sollten Sie einen Arzt/Kardiologen zur weiteren Diagnostik aufsuchen. Manchmal ist die Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit bestimmten Medikamenten oder Geräten (automatischer Defibrillator bei lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen) nicht zu umgehen. Die hier angegeben Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen sind aber in keinem Fall falsch und ergänzen sich gut mit allen schulmedizinischen Maßnahmen.

So sehen Herzrhythmusstörungen im Langzeit-EKG über 24 Stunden aus. Man erkennt mehrere EKG-Zacken, die anders als die übrigen aussehen, nämlich ventrikuläre Herzrhythmusstörungen. 

Im nächsten Beitrag werden wir eine besondere, relativ häufige Form von Herzrhythmusstörungen besprechen, nämlich die supraventrikuläre Tachykardie, die sich häufig als anfallsweises Herzrasen äußert. Sollten Sie weitere Fragen hierzu haben oder keinen Arzt in Ihrer Nähe finden, der die oben erwähnte Labordiagnostik durchführt, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Viel Erfolg in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen und alles Gute für Ihre Gesundheit!

 © Dr. med. Volker Schmiedel 

Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Auflösung der Quizfrage:

a)      Falsch! Wadenkrämpfe sind zwar ein ziemlich sicheres Zeichen für Magnesiummangel, aber nicht beweisend. Die Abwesenheit von Wadenkrämpfen beweist auch keine Abwesenheit eines Magnesiummangels. Magnesium kann sogar dann unter Umständen bei Herzrhythmusstörungen helfen, wenn gar kein Magnesiummangel vorliegt. Es werden dann die Herzrhythmus stabilisierenden Wirkungen hoher Magnesiumdosen ausgenutzt.

b)      Falsch! Handelsübliche Kapseln enthalten 500 mg Fischöl. Da Fischöl zu einem Drittel aus  Omega-3-Fettsäuren besteht, enthalten drei Kapseln gerade einmal 500 mg. Nennenswerte Wirkungen bestehen aber erst ab einem Gramm (siehe auch www.ganzheits-medizin.de/fettsaeuren/).

c)      Richtig! Ich möchte an dieser Stelle keine Anti-Werbung gegen Tromcardin machen. Im Gegenteil – es ist ein gutes Kombinationspräparat mit Kalium und Magnesium in gut resorbierbaren Verbindungen. Leider ist es nicht sehr hoch dosiert. Um allein die empfohlene Zufuhr an Magnesium zu gewährleisten, müssten Sie täglich etwa 30 Tabletten einnehmen! Beim Kalium wären es sogar 50! Gerade Kardiologen verschreiben dieses Präparat sehr häufig, verstehen in der Regel aber leider nicht viel von den erforderlichen Dosierungen. Bei leichten Mangelzuständen von Kalium und/oder Magnesium kann dieses Präparat in einer Dosierung von 3x2 täglich ausreichend sein, sonst greife ich lieber zu höher dosierten Einzelpräparaten.

d)      Falsch! Auch bei Herzrhythmusstörungen dürfen Sie sich körperlich betätigen. Sie sollten aber vorher mit Ihrem Arzt/Kardiologen abklären, bis zu welcher Belastung das bei Ihnen sinnvoll ist. Viele Rhythmusstörungen werden unter Belastung sogar weniger. In einigen Fällen nehmen Herzrhythmusstörungen (durch Langzeit-EKG oder Belastungs-EKG im Einzelfall zu belegen) auch einmal zu oder werden höhergradig. Dann sind sportliche Belastungen – zumindest ab der Belastung, bei der die Herzrhythmusstörungen deutlich mehr oder bedrohlich werden – tatsächlich eher zu meiden.

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Aktualisiert: August 2010

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